In Grafenrheinfeld ist Herzlichkeit spürbar, sichtbar und hörbar. Das zeigte der Leitgedanke des Nachmittags: „Wirtschaftlichkeit ist zwar wichtig, doch Menschlichkeit ist entscheidend.“ Es ist 14 Uhr in der Kirche Kreuzauffindung in Grafenrheinfeld: Viele Bänke sind belegt, vor der ersten Reihe sitzen Bewohner in Rollstühlen. Neben dem Altarraum stehen zahlreiche Rollatoren. Eine Bewohnerin hustet, eine Mitarbeiterin geht leise nach vorne, spricht mit ihr. Fürsorge und Unterstützung sind Grundsätze in der Altenpflege.
Domkapitular Clemens Bieber, Vorsitzender des Caritasverbandes für die Diözese Würzburg, zitierte in seiner Predigt einen Zeitungsartikel, der die Herausforderungen der Pflege thematisiert. Fachkräftemangel, steigende Kosten und Krankheitsausfälle setzen Pflegeeinrichtungen unter Druck. Biebers Botschaft: Wirtschaftlichkeit ist wichtig, doch wer hinter diesen Zahlen stehe, sei das, worum es wirklich geht: Menschen, die sich mit Empathie begegnen.
Geschäftsführer des Trägers Caritas-Einrichtungen gGmbH (CEG), Georg Sperrle, dankte in seinem Grußwort vor allem den Mitarbeitenden des Hauses St. Helena. Auch bei der CEG ist der Fachkräftemangel eine spürbare Herausforderung. Die Gewinnung internationaler Fachkräfte und Auszubildender ist wichtig für das Unternehmen.
Martina Gießübel als Mitglied des Landtages (MdL), forderte den Abbau bürokratischer Belastungen für Pflegekräfte und bot ihre Unterstützung an. Auch der stellvertretende Landrat Manuel Kneuer und Bürgermeister Christian Keller nahmen teil. Keller betonte, dass Caritas und Gemeinde die Einrichtung nur gemeinsam verwirklichen konnten. Einrichtungsleiterin Nina Bauer würdigte die langjährige Verbundenheit ihrer Mitarbeitenden.
Ein Highlight der Veranstaltung: Die Bewohner führten gemeinsam ein vorbereitetes Musikstück für die Gäste auf. Nach 20 Jahren blickt die Einrichtung nicht nur auf eine bewegte Geschichte zurück. Sie feiert vor allem die Menschen, die sie zu dem machen, was sie heute ist: Bewohner, Mitarbeitende, Angehörige, Ehrenamtliche und Partner aus der Gemeinde.
Franziska Sommer | Caritas-Einrichtungen gGmbH









