„Ihr seid das Salz der Erde“. Mit diesen Worten aus dem Matthäusevangelium eröffnete Bieber die Vertreterversammlung im Würzburger Caritashaus. Der Vorsitzende des DiCV Würzburg betonte, man lebe in Gesellschaft, Politik und Kirche in „spannungsgeladenen Zeiten“. Umso wichtiger seien Menschen, die Licht ins Dunkel bringen und Menschen helfen, „Orientierung für ihr Leben“ zu finden. Nicht kopfloses Agieren sei nötig, sondern der Blick auf das Gesamte“, so Bieber.
Keine Ernennung durch Bischof
Nachfolgend standen die Themen Satzungsänderung, Neubesetzung des Vorstands des DiCV Würzburg und der Strategieprozess im Bistum Würzburg auf der Tagesordnung. Letzterer hat Auswirkungen auf die Caritas in Unterfranken, vor allem auch im Hinblick auf finanzielle Mittelzuweisungen aus den Kirchensteuereinnahmen.
Angela M. Lixfeld, Leiterin der Abteilung Verband und Personal beim DiCV Würzburg, informierte über geplante Satzungsänderungen. Es sei der Wunsch des Bischofs, den Vorstand des DiCV Würzburg, anders als in der Vergangenheit, nicht mehr selbst zu ernennen, erklärte sie. Der künftig zweiköpfige Vorstand soll vom Caritasrat gewählt werden; der Bischof werde den Vorsitzenden beziehungsweise die Vorsitzende dieses Aufsichtsgremiums entsenden.
Eine oder einer der zwei gleichberechtigten Vorstände des DiCV Würzburg werde den Titel Caritasdirektor beziehungsweise -direktorin führen, so Lixfeld. Derzeit laufe die Stellenausschreibung, teilte Hans Dieter Arnold mit, Vorsitzender der fünfköpfigen Personalkommission. Das Gremium arbeitet dem Caritasrat, der künftig weniger Mitglieder umfassen soll, für die anstehende Vorstandsentscheidung zu.
Verbindung von Caritas und Pastoral
Die Satzungsänderungen, die im Wesentlichen die Organe des DiCV Würzburg, die Rollen von Bischof und Vorstand sowie die Aufsicht des Bischofs betreffen, sollen in der regulären Vertreterversammlung Ende November 2026 beschlossen werden. Man arbeite aktuell in der Satzungskommission mit Hochdruck, machte Lixfeld deutlich, um die Grundlage für die Wahl des neuen Vorstandes zu schaffen. Sie unterstrich, dass auch nach dem derzeit zum 1. Oktober 2027 geplanten Ausscheiden von Bieber eine enge Verbindung von Caritas und Pastoral zentral sein werde. Das Ehrenamt werde weiterhin satzungsbedingt vertreten sein.
„Wir gehen gemeinsam weiter“, sagte Ordinariatsrat Bernhard Lutz, stellvertretender Leiter der Hauptabteilung Seelsorge im Bischöflichen Ordinariat, zum Strategieprozess im Bistum Würzburg. Die übergreifende Zusammenarbeit sorge für Perspektivenvielfalt. Gleichzeitig wirke der Strategieprozess wie ein Katalysator, sorge also dafür, dass die Dinge Fahrt aufnehmen. Gemeinsam schreite man etwa beim Thema Gemeindecaritas voran, so Lutz.
Bieber verwies auf Nachfrage auf die steigende Zahl an Kirchenaustritten. Er erklärte die Wichtigkeit von Religion als „Kitt der Gesellschaft“ und fragte: „Was können wir als Kirche und Caritas tun, um das Bewusstsein zu wecken, dass Engagement und finanzielles Mittragen nötig sind?“ Mit Blick auf den Strategieprozess und die Kirchensteuermittel sei es wichtig dort nachzujustieren, wo durch Pastoral und sozialen Dienst Menschen erreicht werden. Einig war man sich, dass die Caritas auch in Zukunft eine größere Rolle spielen solle. „Die Gesellschaft braucht uns“, betonte Bieber.
Anna-Lena Herbert







