Das Leben im Alten- oder Pflegeheim kann schwer oder leicht sein. Es kommt dabei immer auch auf die äußeren Umstände, die eigene Mobilität und Verfügbarkeit an. Sterzinger-Allaham zeigt eine Vielzahl von Unterstützungsmöglichkeiten auf, die ein Leben in der eigenen Wohnung unterstützen und erleichtern können. „Alte Menschen wollen gebraucht werden. Aufträge an sie sind eine gute Möglichkeit, die Tagesstruktur sinnvoll zu ergänzen.“
Alte Menschen verstärkt einbinden
Beispielsweise helfen sie in der Tagespflege beim Essen machen, schnippeln Gemüse, backen Kuchen oder gehen im nahen Kindergarten zum Vorlesen vorbei. Anders als in den Niederlanden oder Österreich sind die Betreuungseinrichtungen in Deutschland viel reglementierter und strenger. „Man kann nicht mal so einfach vom Pflegeheim rüber in die Tagespflege gehen“, sagt Sterzinger-Allaham.
Immer wichtiger werden in den späteren Jahren Sport oder gezielte Bewegung, soziale Kontakte und Teilhabe, Optimismus und finanzielle Sicherheit. „Unsere Gesundheitssysteme sind durch hohe Ausgaben geprägt. Innovative Projekte sind daher besonders gefragt und auch die Bereitschaft, mitzuwirken.“ Sterzinger-Allaham stellt neue Lebens- und Wohnformen vor. Dabei sei es wichtig, auch Kommunen zu involvieren.
Pflegegrade und ihre Anforderungen
Im zweiten Teil ihres Vortrages gibt sie Tipps, wie sich pflegende Angehörige rund um Betreutes Wohnen, eine Pflegefachkraft aus dem Ausland sowie die unterschiedlichen Arten der Pflege informieren können. „Bevor der Medizinische Dienst kommt, sollte man sich vom Pflegedienst oder Pflegestützpunkt beraten lassen.“
Dann erklärt sie verständlich die unterschiedlichen Pflegegrade und ihre Anforderungen oder was es mit der so genannten „Verhinderungspflege“ auf sich hat. Auch gibt es Zuschüsse zum barrierefreien Umbau der Wohnung, um länger in den eigenen vier Wänden bleiben zu können. „Die Sätze in den einzelnen Bundesländern sind unterschiedlich.“ Ein weiteres Schlagwort ist die „Pflege-Wohngemeinschaft“. Bis zu zwölf Personen können darin selbstbestimmt leben. Ausgestattet sind die Wohneinheiten mit einem Gemeinschaftsraum, Küche und dem eigenen Zimmer mit Bad. Unterstützt wird die Gruppe durch eine Pflegefachkraft. „Diese Wohnform ist angelehnt an das familiäre Leben in einer Großfamilie. Wer einziehen darf, entscheidet die Gemeinschaft. Auch könne man den ambulanten Dienst plus Tagespflege nutzen. „ Andere Wege gehen ist heute gefragter denn je“, zieht die Fachberaterin Fazit.
Sabine Ludwig





