Im Rahmen von zwei intensiven Workshops hatten die jungen Frauen aus dem Haus St. Lioba von IN VIA Würzburg e. V. – einem Mitglied der AGkE – mit großem Engagement ihre eigenen Fragen erarbeitet, um diese an Stadtratskandidatinnen zu adressieren. Dazu kamen weitere junge Frauen aus AGkE-Einrichtungen, dem Antonia-Werr-Zentrum und dem Therapeutischen Heim St. Joseph (Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Würzburg).
Moderiert wurde der Dialog von Michael Eibl (Vorsitzender des LVkE), der schon häufig Jugendliche aus Einrichtungen des bayernweiten LVkE-Verbandes mit politischen Verantwortungsträgerinnen und -trägern zusammengebracht hat, weil es ein wichtiges Anliegen des katholischen Verbandes ist, Jugendlichen Partizipation zu ermöglichen.
Themenschwerpunkte: Von LGBTQI+ bis Inklusion
Die Basis der Diskussion bildete ein breiter Katalog an Themen, den die jungen Frauen in den Vorbereitungstreffen eigenständig entwickelt hatten. LGBTQI+ und sichere Orte: Ein zentrales Anliegen war die Schaffung sicherer Räume für queere Jugendliche. Hierbei wurde deutlich, dass man durch die Zusammenarbeit mit dem Regenbogenbüro bereits gut vernetzt ist. Dennoch blieb die Frage nach der langfristigen Finanzierung solcher Jugendtreffs ein Kernpunkt.
Inklusion und Barrierefreiheit: Ein weiteres drängendes Thema war die Inklusion. Die Teilnehmerinnen forderten eine stärkere Stimme für Menschen mit Behinderungen und einen Ausbau der Barrierefreiheit in Würzburg. Wohnraum und Infrastruktur: Die Mädchen thematisierten den Mangel an bezahlbarem Wohnraum und fragten gezielt nach Unterstützung für gemeinschaftliche Wohnformen der Jugendhilfe. Auch lokale Infrastrukturthemen, wie die Anbindung von Bus und Bahn sowie die Verkehrssicherheit, wurden adressiert.
Politische Impulse und fachliche Einschätzungen
Die Stadtratskandidatinnen der Parteien SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Die Linke und CSU stellten sich nicht nur fachlich vor, sondern berichteten auch von ihren eigenen Anfängen in der Politik.
Matthias Fack mahnte an, Partizipation nicht als „Scheinbeteiligung“ zu verstehen. Er forderte die Politik auf, Jugendthemen im Stadtrat fest zu verankern und Konzepte, wie beispielsweise das Mehrgenerationenwohnen, konsequent aus der Sicht junger Menschen zu denken.
Konkrete Ergebnisse und Vernetzung
Dank einer Frage zur Taubenpopulation wurde ein bisher wenig bekanntes, parteiübergreifendes Tierschutzkonzept der Stadt Würzburg benannt, dessen Bekanntheit nun aktiv gesteigert werden soll. Zudem inspirierte die Diskussion über gefährliche Verkehrswege die jungen Frauen dazu, einen Antrag zur Sicherung ihres Schul- und Ausbildungsweges zu prüfen.
Besonders positiv verlief der Ausklang der Veranstaltung: Beim Austausch mit Häppchen aus der AGkE-Einrichtung Caritas-Don Bosco suchten die Teilnehmerinnen das direkte Gespräch mit den Politikerinnen, stellten weitere Fragen und machten viele Selfies. So sind alle weit über das geplante Veranstaltungsende hinaus geblieben.
„Die Jugendhilfe hat an diesem Nachmittag ihre Verantwortung zur politischen Bildung wahrgenommen“, so Michael Eibl. Die intensive Vorbereitung hat sich ausgezahlt: „Kontakte sind geknüpft, und die jungen Frauen nehmen wertvolle Eindrücke sowie die Gewissheit mit, dass ihre Stimme in der lokalen Politik gehört wird“, freute sich Wolfgang Meixner, Geschäftsführer der Geschäftsstelle des Sozialdienst katholischer Frauen e. V. in Würzburg.
Sabrina Göpfert | AGkE











