Würzburg. Für einen Tag Drogenberatung zu machen, das hatte sich Barbara Stamm immer schon mal gewünscht. MindZone Würzburg, das Drogenpräventionsprogramm der Caritas, machte es möglich und nahm die stellvertretende Vorsitzende des Diözesan-Caritasverbandes im Rahmen eines Rollentausches zu einer Aktion ins Würzburger Kino CinemaxX mit. Auch Jugendverbände und Würzburger Schulen waren hierzu eingeladen.
Stamms großes Interesse an MindZone kommt nicht von ungefähr. Als der Landes-Caritasverband Bayern und das Bayerische Gesundheitsministerium das Projekt 1996 gründeten, war sie selbst die zuständige Ministerin. Anlass für das neue Drogenpräventionsprogramm war damals der bedenklich gestiegene Konsum von Ecstasy und anderer Partydrogen gewesen. "Um die Jugendlichen zu erreichen, brauchten wir eine niederschwellige Barriere, die Berater mussten in die Diskos und Clubs gehen", erklärte Stamm. Sie selbst habe damals einige Diskoabende mitgemacht, um die Wirkung des Projekts kennen zu lernen. Die Aufklärung der jungen Partygänger darf nicht mit erhobenem Zeigefinger passieren, darin war sie sich mit Würzburgs Projektleiterin Ellen Herkommer einig. Seit 2003 gibt es MindZone auch in Unterfranken.
Ein totales Alkoholverbot für Jugendliche, wie es übereifrige Hardliner manchmal forderten, hält Stamm für falsch; damit käme man nicht weiter. Jugendliche, so ihre Überzeugung, müssten hingegen den maßvollen Umgang mit Alkohol lernen. Alle Art von harten Drogen lehne sie jedoch kompromisslos ab.
Die vielen Gespräche mit Jugendlichen am Stand im CinemaxX bestärkten die bayerische Landtagsvizepräsidentin in ihrer Einstellung. Drogenprävention, so Stamm, dürfe nicht eingestellt werden. Sie sei daher sehr froh, dass dieses Projekt trotz erheblicher Eigenmittel von der Caritas weitergeführt worden sei. Und solange sie politisch tätig sei, werde sie sich für die finanzielle Förderung solcher Projekte durch den Freistaat einsetzen.