Heidrun Brand ist seit mehr als 27 Jahren in der Aids-Arbeit aktiv und leitet seit 2021 die HIV/Aids-Beratung Unterfranken des Caritasverbandes für die Diözese Würzburg (DiCV Würzburg). „Mein großer Wunsch ist es, dass niemand an HIV/Aids sterben muss. Beratung und Medikamente sollen jeder Person mit HIV zugänglich gemacht werden – weltweit“, bekräftigt die Sozialpädagogin. „Gerade am Welt-Aids-Tag ist es wichtig, Solidarität einzufordern und das Thema in den Mittelpunkt zu rücken." Das tut der DiCV Würzburg auch 2025 wieder mit seinen Partnern im Bündnis „Würzburg zeigt Schleife“.
Einsatz für Betroffene
Die Begegnung mit einem ihrer ersten Klienten hat Brand bis heute geprägt: „Er konnte damals die Therapie nicht durchstehen. Ich war an seinem Sterbebett dabei.“ Seitdem ist es ihr Ziel, besonders den HIV-positiven Menschen mit zusätzlichen Problemstellungen, psychischen Erkrankungen oder Traumatisierungen Unterstützung und Hilfe im Umgang mit ihrer HIV-Infektion anzubieten.
Brand weist auf das umfangreiche Tätigkeitsfeld hin. „Mein Team und ich beraten und begleiten Menschen mit HIV, ihre Angehörigen und beteiligte Stellen in ganz Unterfranken. In unserer Wohngruppe unterstützen wir HIV-Positive, die zusätzlich unter einer psychischen Erkrankung leiden. Hinzu kommen Präventions- und Informationsveranstaltungen in Schulklassen, für Fachleute und Einrichtungen." Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit ist die HIV/Aids-Beratung Unterfranken der Caritas auch an Informationsständen, zum Beispiel bei Gesundheitstagen, den Christopher Street Days oder am Welt-Aids-Tag aktiv. Bei den Risikoberatungen werden auch weiterführende Fragen zur sexuellen Gesundheit beantwortet, zusätzlich bietet das Schnelltestangebot die Möglichkeit, anonym und vertraulich Auskunft über den persönlichen Status zu bekommen.
In jedem bayerischen Regierungsbezirk gibt es eine psychosoziale HIV/Aids-Beratungsstelle. Sie werden vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention zu einem großen Teil finanziert und haben insbesondere den Auftrag Beratungs- und Präventionsarbeit zu leisten. „Diese Aufgaben können wir nur durch gute Vernetzung und tragfähige Kooperationen umsetzen “, ergänzt Brand. „Wir sind sehr froh, dass wir viele langjährige und verlässliche Partner an unserer Seite haben, die sich mit uns gemeinsam dafür engagieren, dass den betroffenen Menschen eine gute medizinische und psychosoziale Versorgung zur Verfügung steht. Gemeinsam können wir viel Gutes bewirken – gerade jetzt!“
Informationen zum Welt-Aids-Tag
Mit dem Welt-Aids-Tag am 1. Dezember, der 1988 von den Vereinten Nationen (UN) gestartet wurde, wird weltweit zu Solidarität mit HIV-positiven Menschen aufgerufen. Gemeinsam will man sich gegen Ausgrenzung und Diskriminierung stellen. Er erinnert außerdem an die Menschen, die an den Folgen der Erkrankung gestorben sind. Das Symbol ist die Rote Schleife. Das nationale diesjährige Motto „Gemeinsam. Gerade jetzt.“ soll ein Zeichen setzen, gegen ein polarisierendes gesellschaftliches Klima und für ein gemeinsames, entschlossenes Handeln.
Weltweit geht man beim United Nations Programme on HIV/AIDS (UNAIDS), einem UN-Projekt, von etwa 40,8 Millionen Menschen mit HIV-Infektion aus, von denen im Moment noch etwa 31,6 Millionen Zugang zu Therapie haben. Circa 630.000 Menschen starben im Jahr 2024 an den Folgen von HIV/Aids. In Deutschland leben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts schätzungsweise 97.700 Menschen mit HIV. Davon ungefähr 8200 Menschen ohne Diagnose. Im Jahr 2024 gab es 2300 Neudiagnosen.
Das Aktionsbündnis „Würzburg zeigt Schleife“ ist ein Zusammenschluss verschiedener Dienste, Einrichtungen und Initiativen, die seit vielen Jahren das Programm für den Welt-Aids-Tag vor Ort planen und organisieren. Der Würzburger Oberbürgermeister Martin Heilig hat in diesem Jahr die Schirmherrschaft für ihn übernommen. Die Veranstaltung „Gebet.Musik.Gedenken“ findet am Montag, 1. Dezember 2025, um 18 Uhr im Würzburger Matthias-Ehrenfried-Haus, Bahnhofstraße 4-6, statt. Der Eintritt ist frei.
Sabine Ludwig | DiCV Würzburg
Zum Hintergrund: Die HIV/Aids-Beratung Unterfranken in Trägerschaft des Caritasverbandes für die Diözese Würzburg ist Fachstelle für alle Fragen zum Thema HIV/Aids. Sie wird vom bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention, dem Bezirk Unterfranken und dem Diözesan-Caritasverband finanziert. Geleistet werden dort auch Risikoberatungen und Testangebote für Menschen, die ihren HIV-Status überprüfen wollen. Über die Angebote der HIV/Aids-Beratung Unterfranken können Sie sich unter www.aidsberatung-unterfranken.de näher informieren. Zum Aktionsbündnis „Würzburg zeigt Schleife“ gehören neben der HIV/Aids-Beratung Unterfranken: Gesundheitsamt Stadt und Landkreis Würzburg, Gemeinschaft Sant‘ Egidio, WuF-Zentrum e. V., Queer Pride Würzburg e. V., MSV – Studentische Initiative Würzburg, LSBTIQ Regenbogenbüro Unterfranken, Jugend- und Drogenberatung Würzburg sowie Queere Hochschulgruppe Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt.







