10.03.2010

Note 1,6 für stationäre Pflege in Grafenrheinfeld

Caritas-Seniorenpflegezentrum St. Helena glänzt bei MDK Prüfung

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Über die gute Benotung des Caritas Seniorenpflegezentrums St. Helena in Grafenrheinfeld freuen sich vorn v.l. die Heimbeirätinnen Kerstin Fischer, Irmgard Wächter und Luise Engelbrecht, hinten v.l. Heimleiter Holger Korb, Ulrike Schmitt, Geschäftsführerin des Schweinfurter Caritasverbandes, und Pflegedienstleiterin Monika Roth.

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Als Weihnachtsgeschenk bezeichnete Heimleiter Holger Korb die kurz vor Weihnachten 2009 eingetroffene Post vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK). Der Brief enthielt die Ergebnisse der unangemeldeten ganztägigen MDK Prüfung im Caritas Seniorenpflegezentrum St. Helena. Mit der Traumnote 1,6 hatte sein Haus abgeschnitten. Seit der Ende letzten Jahres im Rahmen des Pflegeweiterentwicklungsgesetzes eingeführten Veröffentlichungspflicht der MDK-Prüfergebnisse ist St. Helena eines der ersten Häuser in Unterfranken, dessen Benotung jetzt für alle Interessierten einsehbar ist. Gestern stellte der Caritasverband für Stadt und Landkreis Schweinfurt als Träger die Ergebnisse der Presse vor.

Durch ein Zufallsprinzip seien neun der 56 Bewohner des Hauses in die Prüfung einbezogen worden, erklärte Holger Korb. Sechs von ihnen seien direkt befragt worden. Von 84 Fragen richteten sich 24 an die Bewohner. Ob die Mitarbeiter höflich sind, das Essen schmeckt, die hygienischen Verhältnisse stimmen und ob Beschwerden ernst genommen werden, wollten die Prüfer wissen. Die Antworten der Bewohner ergaben in diesem Bereich ein glatte 1. 35 Fragen stellten die Prüfer der Pflegedienstleitung zur Pflege und medizinischen Versorgung. Ist der Umgang mit Medikamenten korrekt, wie ist die Dekubitus- oder Sturzprophylaxe, wie ist die Versorgung mit Flüssigkeit, ist alles gut dokumentiert? 1,3 konnten die Prüfer für diesen Bereich vergeben. Die soziale Betreuung bekam eine 1,9, der Wohnbereich und die Hauswirtschaft eine 1,4. Nur der Bereich „Umgang mit demenzkranken Bewohnern“ fiel mit 2,7 negativ aus dem Rahmen. „Das lag daran“, erklärte Korb, „dass zu dem Zeitpunkt unserer Gerontofachkraft für längere Zeit erkrankt war und es uns trotz Ausschreibung nicht gelungen war, eine Vertretung zu finden“.

Dass die Prüfkriterien immer wieder kritisiert werden, kann Korb gut verstehen. Oft gibt es nur ja-nein Antworten, sofort gibt es dann eine 1 oder 5. Die Merkwürdigkeit des Systems erläuterte er an einem kleinen Beispiel wie der Lesbarkeit des Speiseplans. Vorgesehen ist dafür ein Aushang in DIN A 3. Korb ließ ihn bisher nur in DIN A 4 aushängen, dafür bekam ihn aber jeder Bewohner zusätzlich in sein Zimmer. Doch diese Möglichkeit ist im Antwortkatalog des MDK nicht vorgesehen. Die Konsequenz: eine Note 5. „Der Prüfkatalog ist sicherlich nicht das Maß aller Dinge, aber er ist schon lange bekannt,“ meinte Korb. Und er findet, dass so zumindest halbwegs vergleichbare Prüfkriterien für die Häuser existieren. Auch wenn die Prüfungen immer unangemeldet kommen und viel Zeit kosten, möchte er sie nicht missen. Denn man solle sie als regelmäßige kostenlose Qualitätsberatungen ansehen, so seine Einschätzung.

Dass sich Holger Korb und seine Pflegedienstleitung Monika Roth mit ihrem Angebot nicht verstecken müssen, zeigten die Äußerungen der drei anwesenden Heimbeiräte. Irmgard Wächter aus Röthlein und Kerstin Fischer aus Grafenrheinfeld, die das Haus über tägliche Besuche ihrer hier betreuten Angehörigen seit einigen Jahren kennen, lobten das Pflegepersonal, den Umgang mit den Bewohnern und Angehörigen und die angenehme Wohnsituation. Die intensive Begleitung ihrer Mutter, die vor einigen Wochen im Haus gestorben war, sei „unbeschreiblich gut und liebevoll“ gewesen, sagte Fischer. Der 68jährigen Luise Engelbrecht, die seit drei Jahren im Haus lebt und auf den Rollstuhl angewiesen ist, gefällt vor allem, dass jedes Zimmer des eingeschossig gebauten Hauses einen Zugang und Blick nach draußen hat. „Über Belegungsprobleme“, freute sich Ulrike Schmitt, Geschäftsführerin des Schweinfurter Caritasverbandes, „brauchen wir uns daher keine Sorgen machen“.

Der vollständige Prüfbericht ist einsehbar unter www.pflegelotse.de

Ludger Heuer



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